Nierenkontrolle mit Teststreifen

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Bei der Gicht ist die Gesundheit der Niere von überragender Bedeutung.

Bei einer gesunden Niere kann man mithilfe von Medikamenten und einer einfachen Ernährungsumstellung das Fortschreiten der Gicht verhindern oder zumindest bremsen.

Wenn die Niere jedoch Schaden nimmt, beispielsweise weil die Gichtbehandlung nicht sorgfältig genug durchgeführt wurde, wird die Behandlung sehr viel schwieriger. Die bewährten Medikamente darf man nur noch in geringen Dosen oder gar nicht mehr anwenden (siehe Seite 38). Die Gicht verschlimmert sich dann schneller und die Niere wird noch mehr geschädigt. Abgesehen davon ist eine geschädigte Niere in vielfacher Hinsicht gefährlich für die Gesundheit. Bei starker Schädigung muss man zur Dialyse gehen, was die Lebensqualität erheblich einschränkt. Im Ernstfall kann Nierenversagen auch tödlich sein.

Daher ist es wichtig, die Nierengesundheit gut im Auge zu behalten.

Für die regelmäßige Kontrolle zu Hause eignen sich Teststreifen zur Harnuntersuchung. Solche Teststreifen für Schnelltests gibt es in verschiedenen Varianten in Apotheken zu kaufen.

Günstig ist eine Teststreifen-Untersuchung etwa einmal im Monat.

Schnelltest durchführen

Die Harnuntersuchung mithilfe eines Schnelltests ist denkbar einfach.

So funktioniert der Urin-Schnelltest:

·         Halten Sie den Schnelltest kurz in den gesammelten Urin oder halten Sie ihn direkt in den Mittelstrahl. Für den Mittelstrahl-Urin lässt man den ersten kurzen Schwung Urin ungenutzt und verwendet nur den Urin, der anschließend herauskommt.

·         Streifen Sie dann den Teststreifen hinten und an der Seite am Becherrand oder an einem Stück Toilettenpapier ab, damit er nicht tropft. Die Testfelder dürfen nicht berührt werden.

·         Innerhalb von 60 Sekunden verfärben sich die Testfelder des Teststreifens entsprechend der Inhalte im Urin.

·         Halten Sie den Teststreifen zum Ablesen in die Nähe der Dose, wo die Einfärbungen der Testwerte abgebildet sind.

·         Im Beipackzettel finden Sie detaillierte Informationen über die einzelnen Testwerte.

Testwerte beim Schnelltest

Urin-Schnelltests gibt es mit unterschiedlich vielen Testfeldern. Für die grobe Einschätzung der Nierengesundheit reicht meistens ein Schnelltest mit drei oder vier Feldern aus. Für die Variante mit vier Feldern werden nachfolgend die einzelnen Werte  beschrieben.

Die Testwerte zum Ablesen sind vorwiegend halbquantitativ, das heißt man kann nicht nur sehen, ob ein Wert positiv oder negativ ist, sondern auch ungefähr erkennen, ob ein Wert schwach oder stark positiv an-schlägt. Auf dem Beipackzettel kann man lesen, welchen Zahlenwerten die positiven Einfärbungen in etwa entsprechen.

Mit "positiv" ist bei den Beschreibungen kein guter Befund gemeint, sondern das "positiv" in der Medizin, was bedeutet, dass ein Wert krankhaft verändert ist.

Nitrit

Der Nitrit-Wert deutet auf Bakterienbefall hin. Das kann bei einer Blasen- oder bei einer Nierenbeckenentzündung der Fall sein.

Keine dieser beiden Entzündungserkrankungen wird normalerweise durch die Gicht verursacht. Aber wenn Harnsteine in Niere oder Harnblase zu finden sind, können diese die empfindliche Schleimhaut so sehr reizen, dass eine bakterielle Entzündung leichtes Spiel hat.

Wenn der Nitrit-Wert positiv ist, sollte man sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Glukose

Glukose im Urin hat keinen direkten Bezug zur Gicht.

Sie deutet jedoch auf Diabetes mellitus hin. Glukose kommt im Harn entweder dann vor, wenn die Diabetes-Erkrankung noch unerkannt ist oder wenn die Diabetes-Behandlung nicht ausreicht.

In beiden Fällen ist ein Arztbesuch angezeigt, wenn der Glukose-Wert im Harn positiv ist.

Diabetes ist einerseits für sich genommen eine schwere Stoffwechselerkrankung und kann andererseits die Niere schädigen und somit eine Gicht verursachen oder verstärken.

Eiweiß

Der Eiweiß-Wert bei der Harnuntersuchung ist der entscheidende Wert, der Auskunft über die Nierengesundheit geben kann.

Wenn eine Niere stark geschädigt ist, dann gelangen vermehrt kleine Eiweißkörper (Albumine) in den Harn. Man spricht dann von einer Eiweißverlust-Niere.

Die Schädigung der Niere kann verschiedene Ursachen haben, beispielsweise Gicht, Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Glomerulonephritis (Nierenentzündung).

Eiweiße (Proteine) im Urin können jedoch auch andere Ursachen als eine Nierenschädigung haben.

Bei einem Harnwegsinfekt sind Proteine im Harn ein normales Phäno-men. Die Reste von Bakterien, Leukozyten und Schleimhautzellen beste-hen beispielsweise zum großen Teil aus Proteinen.

Ohne Harnwegsinfekt und Nierenschädigung können Proteine auf große körperliche Belastung, beispielsweise Langstreckenlauf hinweisen. Auch eine extrem eiweißreiche Ernährung bewirkt vermehrt Eiweiße im Urin.

Bei erhöhten Eiweiß-Werten im Urin sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Eine Ausnahme dazu gibt es nur, wenn man gerade eine extreme körperliche Belastung hinter sich hat, was man als Gichtpatient sowieso vermeiden sollte. In diesem Fall sollte man den Harn wenige Tage später erneut kontrollieren.

pH-Wert

Der pH-Wert gibt die Säure des Harns an.

Dabei wird mitnichten die Harnsäure gemessen.-Wert gibt H

 Die Messung der Harnsäure im Urin ist erstaunlicherweise eine seltene Untersuchungsmethode. Vermutlich liegt das daran, dass für die Beurteilung der Gicht der Harnsäure-Wert im Blut von Bedeutung ist und nicht der im Urin.

Beim pH-Wert kommen also mehrere Faktoren aus der Ernährung und dem Stoffwechsel zusammen.

Der normale pH-Wert des Urins liegt zwischen 5 und 6.

Wenn der pH-Wert von sich aus höher liegt, kann dies an einer basischen Ernährung liegen, manchmal aber auch an einer Blasenentzündung.

Bei einem leicht erhöhten pH-Wert zwischen 6,3 und 7,0 kann sich die Harnsäure besonders gut im Urin auflösen. Das liegt wohl daran, dass der Urin dann alkalischer ist und noch Kapazitäten für mehr Säure frei hat.

Solch ein leicht erhöhter pH-Wert ist bei der Gichtbehandlung also durchaus wünschenswert, wenn auch nicht unbedingt erforderlich.

Mit speziellen Medikamenten kann man den pH-Wert erhöhen.

Auch mithilfe eines einfachen Hausmittels, nämlich Speise-Natron kann man diesen Effekt erzielen (siehe Seite 69).

Erweiterte Teststreifen

Ergänzend gibt es Teststreifen mit fünf, sechs oder gar zehn verschiedenen Testfeldern.

Bei den gängigen Teststreifen mit fünf und sechs Feldern fehlt der pH-Wert, der aber nützlich ist, um den Säuregehalt des Harns zu bestimmen. Stattdessen gibt es Testwerte, die für die Feststellung einer Harnwegsentzündung hilfreich sind.

Große Teststreifen mit bis zu zehn Testfeldern enthalten sowohl ein Testfeld für den pH-Wert als auch Testfelder zum Feststellen der Harnwegsgesundheit. Auch gewisse Informationen über die Lebergesundheit können gewonnen werden.



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