Sekundäre Gicht

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Von einer sekundären Gicht spricht man, wenn die Gicht die Folge einer anderen Erkrankung ist.

Es gibt zahlreiche Erkrankungen, die eine Gicht zur Folge haben können. Alle Erkrankungen, die die Niere schädigen, behindern auch die Ausscheidung der Harnsäure.

Auch Krankheiten, die zu einem verstärkten Zellzerfall führen, haben häufig Gicht als Folgeerkrankung.

Man kann nicht immer ganz präzise zwischen primärer Gicht und sekundärer Gicht unterscheiden. Manche Menschen haben nämlich eine Veranlagung zu primärer Gicht, die aber erst ausbricht, wenn ein weiterer Faktor hinzukommt, beispielsweise Bluthochdruck.

Gicht verursachende Grunderkrankungen

Folgende Erkrankungen können eine Gicht zur Folge haben:

·         Diabetes mellitus

·         Bluthochdruck

·         Nierenerkrankungen

·         Chronisch myeloische Leukämie (Blutkrebs)

·         Tumore

·         Polycythaemia vera

Diabetes mellitus

Bei Diabetes mellitus werden langfristig die Nieren geschädigt. Die geschwächten Nieren sind dann nicht mehr in der Lage, ausreichend Harnsäure auszuscheiden.

Hinzu kommt, dass viele Diabetiker zu einer üppigen Ernährung neigen, was auch deren Diabetes-Erkrankung mit verursacht. Diese reichliche Ernährung und das häufig anzutreffende Übergewicht, fördern zusätzlich die Entstehung der Gicht.

Ein weiterer Faktor, der bei Diabetes Gichtanfälle begünstigt, ist die schlechte Durchblutung durch Diabetes. Je schlechter ein Körperteil durchblutet wird, desto leichter lagern sich dort Harnsäurekristalle ab.

Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck ist auch der Druck in den Nieren zu hoch, sodass im Laufe der Jahre das Nierengewebe geschädigt wird. Die Niere wird also allmählich schwächer.

Diese Nierenschwäche kann eine Gichterkrankung auslösen.

Nierenerkrankungen

Generell können alle Erkrankungen, die die Niere schwächen, eine Gicht auslösen.

Die geschwächte Niere ist dann nicht mehr in der Lage, die Harnsäure in ausreichender Menge in den Harn einzubauen. Daher sammelt sich zu viel Harnsäure im Blut an.

Die erhöhte Harnsäure schädigt ihrerseits wieder die Niere, sodass sich die Situation immer weiter verschlimmert.

Chronisch myeloische Leukämie (Blutkrebs)

Die chronisch myeloische Leukämie kann eine Gicht zur Folge haben.

Bei der chronisch myeloischen Leukämie kommt es zu extrem vielen weißen Blutkörperchen im Blut. Bei diesen vielen Blutkörperchen werden auch sehr viele Zellen abgebaut. Beim Abbau der Zellen werden die Zellkerne geknackt und Purine freigesetzt.

Dadurch kommt es zu vermehrter Harnsäure im Blut, was zu Gicht führen kann.

Die Gicht ist bei einer chronisch myeloischen Leukämie natürlich eines der kleineren Probleme, kann aber erschwerend zu all den anderen Gesundheitsbeschwerden hinzukommen.

Tumore

Bei einem Tumor wächst das Zellgewebe nicht nur schnell an, es zerfallen auch ständig Zellen des Tumors.

Durch den Zellzerfall werden Purine frei, die ihrerseits den Harnsäurespiegel im Blut ansteigen lassen.

Die Folge kann eine Gichterkrankung sein.

Polycythaemia vera

Bei der Polycythaemie vera vermehren sich alle Arten von Blutzellen besonders stark.

Ähnlich wie bei der zuvor beschriebenen Leukämie zerfallen bei dieser Erkrankung viele Zellen, was zu einem erhöhten Harnsäurespiegel führt.

Gicht verursachende Medikamente

Manche Medikamente können Gicht verursachen oder ihre Entstehung fördern:

·         Zytostatika (Chemotherapie)

·         Acetylsalicylsäure (Aspirin®)

Zytostatika

Die Zytostatika einer Chemotherapie-Behandlung zerstören viele körpereigene Zellen. Diese zerstörten Zellen enthalten viele Purine und können dadurch Gichtanfälle auslösen.

Acetylsalicylsäure

Die Acetylsalicylsäure zerstört zwar keine Zellen, aber sie hemmt die Ausscheidung der Harnsäure. Bei gesunden Menschen ohne Vorbelastung verursachen normale Mengen Acetylsalicylsäure keine Gicht. Aber wenn eine Vorbelastung besteht, kann die Acetylsalicylsäure den Ausbruch der Gicht fördern.

Verschiedene Medikamente

Einige weitere Medikamente lassen die Harnsäure im Körper ansteigen:

·         Isoniazid (bei Tuberkulose)

·         Etacrynsäure (zur Entwässerung)

·         Furosemid (zur Entwässerung)



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