Primäre Gicht

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Die primäre Gicht ist die eigentliche Gichterkrankung.

Bei dieser Art der Gicht ist die Gicht die eigentliche Haupterkrankung und nicht die Folge einer anderen Erkrankung.

Sie hängt vor allem mit der Veranlagung und der Ernährung zusammen.

Veranlagung

Zwar wird nicht die Gicht als solche vererbt, sondern nur die Veranlagung dazu.

Diese Veranlagung bewirkt, dass die Harnsäure nicht optimal ausgeschieden werden kann.

Genaue Details über die Vererbung der Veranlagung sind bislang jedoch noch nicht bekannt.

Die schwache Ausscheidung der Harnsäure reicht bei purinarmer Ernährung aus, um weitgehend gesund zu bleiben.

Wenn jedoch andere Faktoren hinzukommen, die zu vermehrter Harnsäure führen oder die die Harnsäure-Ausscheidung noch stärker bremsen, dann kann die Gichterkrankung ausbrechen (siehe Seite 25).

Purinreiche Ernährung

Wenn zu der Gicht-Veranlagung eine Ernährung mit reichlich Purinen hinzu kommt, dann kann die Gicht ausbrechen.

Purine sind in folgenden Nahrungstypen besonders reichlich enthalten:

·         Innereien

·         Fleischextrakt

·         Manche Fischarten

·         Manche fette Fleischarten

·         Hülsenfrüchte (relativ viel)

·         Kohlarten (relativ viel)

 

Regelmäßiger und reichlicher Verzehr solcher purinreicher Nahrungsmittel erhöht den Harnsäurespiegel im Blut.

Zusammen mit einer ererbten Ausscheidungsschwäche sammelt sich dann immer mehr Harnsäure im Blut an.

Über die Ernährung im Zusammenhang mit Gicht gibt es ein extra Kapitel ab Seite 71.

Lesch-Nyhan-Syndrom

Das Lesch-Nyhan-Syndrom ist ein relativ seltener Gendefekt. Er betrifft fast ausschließlich Jungen und Männer, weil er mit dem X-Chromosom vererbt wird, von dem Männer nur eines haben.

Bei diesem Gendefekt kommt es von Kindheit an zur Gicht.

Die Gicht entsteht bei ihnen, weil im Körper zu viel Harnsäure produziert wird.

Im Alter von etwa zehn Monaten beobachtet man meistens die ersten Symptome. Es kommt zu Fehlstellungen der Beine und einer auffälligen Bewegungsarmut. In der Windel finden sich häufig sandartige Ablagerungen.

In schweren Fällen neigen die Kinder zu Selbstverletzungen. Sie beißen sich in die Lippen und die Finger. Auch enge Bezugspersonen werden manchmal gebissen.

Bei vielen dieser Kinder ist die gesamte Entwicklung verzögert. Es kommt auch zu geistigen Einschränkungen.

Die Erkrankung ist nicht ursächlich heilbar. Man kann jedoch die übermäßige Harnsäure-Ansammlung behandeln, wie bei der normalen Gicht.



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